Dreifelderwirtschaft

Erdringe_2-Fortschritt

Das Prinzip der Dreifelderwirtschaft

Das Prinzip der Dreifelderwirtschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Römer betrieben schon eine Zweifelderwirtschaft („Landwechsel“) und wandten diese auch nördlich der Alpen an. Seit dem frühen Mittelalter entwickelte sich zunächst in Frankreich und in Südwestdeutschland die Dreifelderwirtschaft. Im Hochmittelalter wurde dann, ausgehend von karolingischen Klöstern, nach der Einführung der neuen Gerätschaften des 11. Jahrhunderts flächendeckend das Dreifeldsystem eingeführt.

Bei der Dreifelderwirtschaft wird das Land in drei Felder eingeteilt, die abwechselnd als Brache, zum Anbau von Winterfrucht und zum Anbau von Sommerfrucht genutzt wurden. Dadurch konnten die Ernteerträge erheblich gesteigert werden (theoretisch um 50 %). Nach einer einjährigen Brache, während sich der Boden regenerieren konnte, wurde im Herbst Wintergetreide gesät. Nach der Ernte im folgenden Sommer blieb das Feld als Stoppelfeld liegen, bis es im Frühjahr gepflügt und mit Sommergetreide eingesät wurde. Danach lag das Feld erneut für ein Jahr brach.

Als Sommerfrucht konnte er zwischen Hafer, Gerste, Gemüsepflanzen wie Erbsen, Bohnen und Linsen, Rispenhirse oder Ölfrüchten wählen. Als Winterfrucht standen ihm Roggen, Weizen, Dinkel oder Gerste zur Verfügung. Auf der Brache, auf der Klee angebaut worden war, trieb er das Vieh, damit es durch seinen Mist den Boden düngte.

Auf der Brache, auf der Klee angebaut worden war, trieb er das Vieh, damit es durch seinen Mist den Boden düngte.

Neben der Waldweide waren die abgeernteten und die Brachflächen Futtergrundlage fürs Weidevieh. Zum Schutz vor Schäden an den Getreidefeldern waren entlang der Wege Hecken angelegt. Diese bestanden u. a. aus Weißdorn, Feldahorn, Hainbuche, Wildrose. Es entstanden die so genannten Viehtriften, häufig in Kombination mit Verbindungswegen zu Nachbarorten. Das durchzutreibende Weidevieh, vornehmlich die Ziegen, hielt die Hecken durch ständigen Verbiss in einer Größe von ca. 100. bis 150 cm.

Wegen fehlender Erschließung der Äcker durch Wege mussten alle anfallenden Arbeiten zur gleichen Zeit angegangen werden: das Pflügen, das Säen und das Ernten. Dies wird als „Flurzwang“ bezeichnet. Dieser Ordnung konnte sich niemand entziehen. Dieser Flurzwang war auch damit begründet, dass ein Nachbar dem anderen, beispielsweise durch Überfahren der Äcker, keinen Flurschaden zufügen konnte, und auch der Diebstahl war leichter zu verhindern.

 

 

Links:

Projekt „Bauern im Mittelalter“
http://www.dinkela.de/zineedit/GESCHICHTE/mittelalter_8aG/bauern_01.html

 

 

 

GSE-Team Dezember 2015 RPK