Uranus

Erdringe_4-Entstehung

Uranus | Quelle: Nasa

Uranus | Quelle: Nasa

Uranus war der erste Planet, der in der Neuzeit entdeckt wurde. Wilhelm Herschel, ein Musiker und Amateurastronom aus Deutschland, glaubte 1781 zuerst, er habe einen neuen Kometen am Himmel gefunden; erst nach einiger Zeit erkannte er, dass es sich um einen neuen Planeten handeln musste.

Da Uranus 19-mal so weit von der Sonne entfernt ist wie die Erde, sehen wir ihn immer voll beleuchtet, nie als Sichel. Die Rotationsachse von Uranus liegt annähernd in der Bahnebene des Planeten; da sie um mehr als 90 Grad geneigt ist, spricht man von einer retrograden Rotation. Uranus umrundet die Sonne einmal innerhalb von 84 Jahren.

Uranus gehört wie Jupiter, Saturn und Neptun zu den Gasriesen. Sein Durchmesser beträgt etwas mehr als 50.000 Kilometer oder rund 4 Erddurchmesser.

Größenvergleich Erde-Uranus | Quelle: Nasa

Größenvergleich Erde-Uranus | Quelle: Nasa

Ringsystem

Als Uranus 1977 einen lichtschwachen Stern bedeckte, beobachtete man eine halbe Stunde vor dem eigentlichen Ereignis, dass die Helligkeit des Sterns mehrfach vorübergehend geringfügig abnahm. Dies wurde als Hinweis auf die Existenz einiger sehr schmaler Uranusringe gedeutet.

Als Voyager 2 im Januar 1986 an Uranus vorbeiflog, entdeckte er zwei weitere, zuvor unbekannte Ringe. Aus der Art, wie die Funksignale beim Durchdringen der Ringe beeinflusst wurden, wissen wir, dass viele Ringpartikel mindestens zentimetergroß sein müssen. Offenbar werden die Ringe durch kleinere Uranusmonde in ihrer Position gehalten.

Die Voyager-Bilder zeigten die neun Ringe, die von Bedeckungsbeobachtungen her bekannt waren, sowie einen dunklen zehnten und einen breiten, aber ebenfalls dunklen elften Ring. Sie sind weit weniger auffällig als die hellen Saturnringe, da sie nur etwa zwei Prozent des auftreffenden Sonnenlichtes reflektieren.

Atmosphäre

Das Methan in der Uranusatmosphäre lässt den Planeten bläulich erscheinen. Die Uranusdichte ist nur wenig größer als die von Wasser, aber wesentlich geringer als die von Gestein. Uranus sollte also zum größten Teil aus Wasserstoff und Helium bestehen.

Die Wolkendecke in der Uranusatmosphäre erscheint von außen ziemlich blank und nahezu ohne Strukturen. Voyager 2 fand eine Polkappe, die etwas dunkler war als der Rest des Planeten. Man konnte nur wenige Wolkenstrukturen erkennen und sie über mehrere Uranusrotationen von jeweils rund 17 Stunden verfolgen.

Physikalische Daten

 UranusErdeVerhältnis
Gesamtmasse (1024 kg)86,8325,973614,536
Volumen (1010 km3)6.833108,32163,08
Äquatorialer Radius (km)25.5596.378,14,007
Polarer Radius (km)24.9736.356,83,929
Mittlerer Radius (km)25.3626.371,09,140
Abplattung0,022930,003356,84
Mittlere Dichte (kg/m3)1.2705.5150,230
Schwerkraft a. d. Oberfläche (m/s2)8,699,780,889
Fluchtgeschwindigkeit (km/s)21,311,21,903
Bond Albedo0,3000,3060,980
Visuelle geometrische Albedo0,510,3671,390
Visuelle Magnitude V (1,0)-7,19-3,86-
Solare Einstrahlung (W/m2)3,711.367,60,0027
Schwarzkörper-Temperatur (K)58,2254,30,229
Trägheitsmoment (I/MR2)0,2250,33080,680
Anzahl Monde221
RingsystemJaKeines

 

 

 

GSE-Team April 2015 RPK