Venus

Erdringe_4-Entstehung

Venus Quelle: Nasa

Venus | Quelle: Nasa

Venus ist der von der Erde aus nächstgelegene Planet. Für gewöhnlich ist die Venus der hellste Stern am Nachthimmel.

Venus und Erde erscheinen zahlenmäßig fast wie Zwillinge: Der Venusdurchmesser beträgt 95 Prozent des irdischen Durchmessers, und ihre Masse erreicht 82 Prozent der Erdmasse. Venus umrundet die Sonne an zweiter Stelle, die Erde an dritter. Beide zählen zu den erdähnlichen Planeten.

Aus dem Weltraum kann man zwischen den Wolken unseres Planeten auch Teile der Erdoberfläche erkennen. Die Wolkenhülle der Venus dagegen zeigt keine Lücken. Venus erscheint im sichtbaren Licht wie eine blanke Kugel; im ultravioletten Licht dagegen werden Wolkenstrukturen erkennbar.

Die amerikanische Raumsonde Pioneer 12 hat den Planeten Ende der 70er Jahre umkreist und Veränderungen in den Wolken beobachtet. Obwohl die Wolken innerhalb von rund 4 Tagen einmal um die Venus herumwirbeln, dreht sich der Planet darunter äußerst langsam, nur einmal innerhalb von 243 irdischen Tagen. Auf ihrem Weg zum Jupiter hat die Galileo-Sonde 1990 weitere Bilder der Venuswolken übermittelt.

Bahn

Venus umkreist die Sonne noch innerhalb der Erdbahn in einem Abstand, der 72 Prozent der Entfernung Sonne-Erde entspricht. Für einen Umlauf benötigt sie 225 irdische Tage.

Wegen ihres geringen Abstandes zur Sonne kann sich Venus am Himmel nie sehr weit von der Sonne entfernen, und so bleibt ihre Sichtbarkeit auf die Morgen- und Abendstunden beschränkt. Dann aber ist sie nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel. Wenn Venus sich im erdnahen Bahnteil seitlich zur Sonne befindet, erscheint sie im Fernrohr als Sichel; im erdfernen Bahnteil dagegen sieht sie bauchig aus wie der Mond nach dem ersten Viertel. Kurz bevor sie hinter der Sonne verschwindet, ist sie fast kreisrund. Wenn die Venus uns auf der Innenbahn überholt, können wir sehen, wie das Sonnenlicht in der Venusatmosphäre abgelenkt wird und die dunkle Nachtseite von einem hellen Lichtsaum umgeben ist.

Nur ganz selten wandert Venus dabei genau zwischen Sonne und Erde hindurch und taucht dann als dunkler Punkt vor der Sonnenscheibe auf. Solche „Venusdurchgänge“ treten stets paarweise im Abstand von 8 Jahren auf, zuletzt 1874 und 1882, das nächste Mal am 8. Juni 2004 und am 5./6. Juni 2012. In dieser Zeit erscheint Venus wie ein schwarzer Punkt vor der Sonne.

Größenvergleich Venus-Erde Quelle: Nasa

Größenvergleich Venus-Erde Quelle: Nasa

Atmosphäre

Die Venusatmosphäre ist eine Falle für das Sonnenlicht. Der größte Teil der Sonnenenergie ist im sichtbaren Licht enthalten, das die Venuswolken durchdringen und die Oberfläche der Venus aufwärmen kann, bis ein Strahlungsgleichgewicht erreicht ist. Dann beginnt die Venusoberfläche, überschüssige Energie wieder abzustrahlen, und zwar im Bereich der Infrarotstrahlung, die vom Kohlendioxid und den geringen Mengen an Wasserdampf in der Atmosphäre sowie von der Wolkendecke zurückgehalten wird.

Aus diesem Grund ist die Temperatur an der Venusoberfläche immer weiter angestiegen und beträgt jetzt etwa 475 Grad Celsius. Das genügt, um Blei zu schmelzen. Man bezeichnet diese Wärmefalle auch als Treibhauseffekt, weil die Glaswände eines Treibhauses die gleiche Wirkung haben.

Die Venuswolken bestehen hauptsächlich aus Schwefelsäuretröpfchen. Die Venusatmosphäre ist sehr dicht, der Luftdruck am Venusboden ist rund 100-mal so hoch wie auf der Erde.

Bei uns ist der größte Teil des Kohlendioxids in den Ozeanen gelöst und als Kalkgestein gebunden. Durch den Treibhauseffekt sind die Ozeane der Venus jedoch schon seit langem verdampft, so dass das Kohlendioxid in die Atmosphäre entweichen konnte. Wir können froh sein, dass die Ozeane der Erde einen ähnlich starken Treibhauseffekt bei uns verhindern.

Da die Venus näher an der Sonne ist als die Erde, war ihre Atmosphäre von Anfang an wärmer. Als das Wasser verdampfte, konnte das Sonnenlicht die Moleküle in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten. Der leichte Wasserstoff entwich dann in den Weltraum, während der Sauerstoff sich mit anderen Gasen verband oder mit dem Eisen auf der Venusoberfläche reagierte.

Physikalische Daten

 VenusErdeVerhältnis
Gesamtmasse (1024 kg)4,86855,97360,815
Volumen (1010 km3)92,843108,3210,857
Äquatorialer Radius (km)6.051,86.378,10,949
Polarer Radius (km)6.051,86.356,80,952
Mittlerer Radius (km)6.051,86.371,00,950
Abplattung0,00000,003350,000
Mittlere Dichte (kg/m3)5.2435.5150,951
Schwerkraft a. d. Oberfläche (m/s2)8,879,780,907
Fluchtgeschwindigkeit (km/s)10,3611,20,926
Bond Albedo0,7500,3062,45
Visuelle geometrische Albedo0,6500,3671,77
Visuelle Magnitude V (1,0)-4,40-3,86-
Solare Einstrahlung (W/m2)2.613,91.367,61,911
Schwarzkörper-Temperatur (K)231,7254,30,911
Max. Höhenunterschiede (km)15200,750
Trägheitsmoment (I/MR2)0,330,33080,998
Anzahl Monde01
RingsystemKeinesKeines

 

 

 

GSE-Team April 2015 RPK